Welser Grünen-Stadtrat Thomas Rammerstorfer fordert Unterstützung für die heimische Landwirtschaft und einen verstärkten regionalen Einkauf der Stadt Wels.
Die anhaltende Hitze und Dürre haben der österreichischen Landwirtschaft massive Schäden zugefügt. Auf mindestens eine Milliarde Euro werden die bisherigen Schäden geschätzt. Betroffen sind auch die rund 80 landwirtschaftlichen Betriebe in Wels, die gemeinsam knapp 35 Prozent der Stadtfläche bewirtschaften.
Die vergangenen Hitzewellen haben Wels besonders getroffen: Fünf der sechs heißesten Tage seit Beginn der lokalen Messgeschichte wurden heuer registriert. Gleichzeitig ist der oberösterreichische Zentralraum grundsätzlich niederschlagsärmer als die höher gelegenen Regionen des Landes.
Mehr Arbeit, höhere Kosten, weniger Ertrag
Auch wenn sich das Wetter zuletzt normalisiert hat und wieder Regen fällt, bleiben die Folgen für die Landwirtschaft erheblich. Eine Welser Landwirtin berichtet von deutlich gestiegenem Aufwand beim Anbau von Kartoffeln. Für die zusätzliche Bewässerung fielen Kosten für Treibstoff, Wasser und Arbeitszeit an – trotzdem blieben die Kartoffeln deutlich kleiner.
Beim Wiesenheu halbierte sich der Ernteertrag, der Mais war aufgrund der Trockenheit nicht mehr zu retten. Hinzu kommen langfristige Folgen: Durch den Wind abgetragener Humus kann die Fruchtbarkeit der Böden beeinträchtigen, wobei das Ausmaß des Schadens derzeit noch nicht absehbar ist.
Auch der Obstbau ist stark betroffen. Viele Früchte sind kleiner und weniger zahlreich, während gleichzeitig der Aufwand für ihre Produktion gestiegen ist.

„Mehr Arbeit, mehr Kosten, weniger Ertrag – das ist das, was ich von den Bäuerinnen und Bauern höre“, sagt Umwelt- und Klimastadtrat Thomas Rammerstorfer.
Stadt soll stärker auf regionale Produkte setzen
Rammerstorfer sieht auch die Stadt Wels in der Verantwortung und fordert, den städtischen Bedarf künftig verstärkt bei regionalen Produzent*innen zu decken. „Natürlich hoffen wir darauf, dass sich der Bund auf ein Hilfspaket einigt. Doch auch wir können etwas tun, indem die Stadt Wels ihren Bedarf vorrangig in der Region deckt.“
Insbesondere Obst, Gemüse, Fleisch und Eier für die städtischen Küchen könnten verstärkt von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region bezogen werden.
„Das hilft der Landwirtschaft und schont durch die kurzen Transportwege auch das Klima. Zudem bleiben Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region, sodass sich eventuelle Mehrkosten zumindest teilweise ausgleichen können“, betont Rammerstorfer.
Für die Welser Grünen ist damit klar: Angesichts zunehmender Wetterextreme braucht es neben übergeordneten Hilfsmaßnahmen auch konkrete Unterstützung vor Ort. Ein stärkerer Fokus der Stadt auf regionale Lebensmittel könne dabei ein unmittelbar umsetzbarer Beitrag sein.


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