Keas und Bartaffen im Fokus internationaler Kognitionsforschung
Der Welser Tiergarten ist Schauplatz einer internationalen Forschungskooperation: Die Doktorandin Isobelle Hawkins vom Department of Experimental Psychology der University of Oxford untersucht seit etwas mehr als einem Monat die kognitiven Fähigkeiten von Kea-Papageien und Bartaffen. Die Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg und erweitert die vergleichende Kognitionsforschung in Wels um eine weitere Tierart.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen sogenannte Cup-Tests, bei denen die Tiere versteckte Futterbelohnungen anhand unterschiedlicher Hinweise lokalisieren müssen. Das etablierte Verfahren der vergleichenden Kognitionsforschung ermöglicht es, Fähigkeiten wie Gedächtnis, Lernvermögen und schlussfolgerndes Denken zu untersuchen.
Forschung an der Schnittstelle von Mensch und Tier
Isobelle Hawkins forscht am Department of Experimental Psychology der University of Oxford. Die Kooperation mit dem Welser Tiergarten kam über den Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg zustande. Dort ist auch der zoologische Leiter des Tiergartens, Dr. Gyula Gajdon, als Senior Scientist tätig. Bei der Datenerhebung wird Hawkins von Studentinnen der Universitäten Leipzig und Wien unterstützt.
In bisherigen Untersuchungen mit Kindern konnte Hawkins zeigen, dass bestimmte Aufgaben dieser Art erst ab einem Alter von etwa sechs Jahren erfolgreich gelöst werden. Die aktuellen Tests mit den Tieren sollen weitere Erkenntnisse über deren kognitive Fähigkeiten ermöglichen.

Bartaffen erstmals Teil einer Kognitionsstudie
Die Keas im Welser Tiergarten haben bereits an mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen teilgenommen. Neu ist hingegen die Einbindung der Bartaffen in eine Kognitionsstudie. Damit wird die vergleichende Forschung im Tiergarten auf eine weitere Tierart ausgeweitet.
Ende Oktober kehrt Hawkins zunächst nach England zurück. Im kommenden Frühjahr soll sie für einen weiteren zweimonatigen Forschungsaufenthalt nach Wels kommen, um die Untersuchungen fortzusetzen.
Tiergarten als Forschungsstandort
Die Zusammenarbeit mit internationalen Forschungseinrichtungen unterstreicht die wissenschaftliche Bedeutung des Welser Tiergartens. Neben seiner Funktion als Natur- und Freizeiteinrichtung erfüllt er damit auch einen wichtigen Forschungsauftrag.

Tiergartenreferent Thomas Rammerstorfer sieht in der Kooperation eine besondere Auszeichnung: „Es ist uns natürlich eine große Ehre, Partner von Oxford zu sein, der renommiertesten Bildungseinrichtung der Welt. Der Tiergarten ist nicht nur ein Natur- und Freizeitparadies, sondern auch eine Stätte hochrangiger wissenschaftlicher Arbeit.“


