Der Welser Tiergarten wird bis zur Landesgartenschau 2027 umfassend modernisiert. Für rund 1,6 Millionen Euro entstehen neue Tieranlagen, zusätzliche Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie naturnahe Erlebnisräume. Der Tiergarten soll dabei weitgehend geöffnet bleiben – und auch nach der Gartenschau ein kostenloses Familien-Ausflugsziel bleiben.
Im Welser Tiergarten wird derzeit gebaut, abgebrochen, neu gestaltet und erweitert. Bis zur Eröffnung der Landesgartenschau „Stadt der Gärten“ 2027 soll sich das traditionsreiche Ausflugsziel in wesentlichen Bereichen neu präsentieren. Zahlreiche Gehege, Volieren und Außenanlagen werden erneuert, vergrößert oder komplett neu errichtet.

Die Arbeiten am Gehegeausbau sollen voraussichtlich bis März 2027 abgeschlossen sein. Insgesamt werden rund 1,6 Millionen Euro investiert. 100.000 Euro davon übernimmt der Verein Freunde des Welser Tiergartens, den restlichen Betrag finanziert die Stadt Wels.
Neue Anlagen für Haustiere, Papageien und Vögel
Erste Arbeiten sind bereits abgeschlossen. Dazu zählen die neuen Ausweichquartiere im Wirtschaftshof. Gleichzeitig wurden die Quarantänestation, die Aragarage und der bisherige Haustierbereich abgebrochen. Weitere Abbrucharbeiten, unter anderem bei der Buffetvoliere und verschiedenen Zäunen, laufen derzeit.
Besonders umfangreich fällt die Neugestaltung des Haustierbereichs aus. Auf rund 1.400 Quadratmetern im nördlichen Teil des Tiergartens entstehen neue Ställe für Kaninchen, Zackelschafe, Quessantschafe, Tauernschecken und Kune-Kune-Schweine.

Neue Koppelflächen und Außenbereiche mit Wildobst, moderne Zäune mit Futterautomaten und eine Begegnungszone sollen den Bereich nicht nur für die Tiere, sondern auch für Besucher attraktiver machen. Für Familien sind unter anderem ein Kletterturm für Kinder und ein Trinkbrunnen vorgesehen.
Auch die bisherige Aragarage verschwindet. Bis Ende Oktober soll dort ein modernes Massivgebäude mit Schaufenster entstehen. Dazu kommt eine neue Außenanlage für die Papageien.
Die Buffetvoliere wird ebenfalls komplett neu gestaltet. Geplant sind ein neues Gebäude mit Schaufenster sowie Außenanlagen für Toko, Racken und Zwergmangusten.
Begehbare Flugvoliere als neues Highlight
Ein besonderes Erlebnis verspricht die neue Kuhreihervoliere, deren Bau im Herbst beginnt. Holzsteg, Wasserlauf und Besucherschleuse gehören zur neuen Anlage. Im Mittelpunkt steht eine begehbare Flugvoliere, die Besuchern völlig neue Perspektiven auf die Vogelwelt ermöglichen soll.
Auch die Eidechsen bekommen eine neue Heimat. Drei Becken mit Schaufenstern werden errichtet. Ergänzt wird die Anlage durch einen barrierefrei zugänglichen Pavillon, der künftig als „grünes Klassenzimmer“ für Umweltbildung genutzt werden kann.
Weitere Maßnahmen betreffen den bestehenden Baumkronenweg beim Affenhaus. Außerdem entsteht beim neuen Katta-Häuschen ein Sumpfschildkrötenteich im Außenbereich.
Mehr Grün, Spiel und Platz zum Verweilen
Nicht nur die Tieranlagen werden erneuert. Auch die Freiflächen rund um die Gehege erhalten ein umfassendes Update.
Im neuen Haustierbereich sind wegbegleitende Spielelemente, Blütenstauden, Blumenwiesen, Wildobstbäume und -hecken sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten geplant. Holzliegedecks sollen zum Verweilen einladen. Eine große Festwiese mit Frühjahrsblühern schafft zusätzlichen Raum für Besucher.
Auch rund um den Pelikanteich wird umgestaltet. Bei der Sandbank beim Wasserrad entstehen Sandbeete und Blumenwiesen. Liegestühle und Holzliegedecks sollen dort für einen kleinen „Chillout-Beach“ mitten im Tiergarten sorgen.
Weitere Erlebnis- und Aufenthaltsbereiche entstehen beim Schachplatz und Wirtschaftshof, im Märchenwald beim Herminenhof sowie vor der neuen Quarantänestation.
„Unkensafari“ schafft neuen Naturraum
Südlich des Pelikanteichs ist mit der „Unkensafari“ ein besonderer Naturbereich geplant. Trittsteinplatten und Feuchtbiotope sollen einen naturnahen Erlebnisraum schaffen und Besuchern die heimische Tier- und Pflanzenwelt näherbringen.
Auch rund um das Echsengehege und beim Eingang Messe wird kräftig begrünt. Vorgesehen sind Blütenstauden, ein waldartiger Gehölzsaum, barrierefreie Sitzmöglichkeiten, Mikrohabitate und Street-Art.

Damit soll der Tiergarten künftig nicht nur mehr Tiere zeigen, sondern auch stärker als Natur-, Bildungs- und Erholungsraum wahrgenommen werden.
Tiergarten bleibt während der Bauarbeiten geöffnet
Die umfangreichen Arbeiten bringen allerdings auch Einschränkungen mit sich. Nach Abschluss des aktuellen Bauabschnitts im Norden sind für die weiteren Maßnahmen, die hauptsächlich im südlichen Bereich stattfinden, keine Totalsperren mehr vorgesehen.
Rund um die jeweils betroffenen Gehege wird es jedoch zeitweise Absperrungen und Änderungen bei der regulären Wegeführung geben.
Bereits abgeschlossen ist die Neugestaltung des Messeparks. Nach der Anwuchsphase sollen dort Blütenstauden und Sitzgelegenheiten einen attraktiven Übergang zwischen Tiergarten und Messegelände schaffen. Der dauerhafte Zugang vom Volksgarten bleibt auch während des Messebetriebs möglich.
Rabl: „Kostenloses Familien-Ausflugsziel Nummer 1“
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl sieht in den Investitionen eine langfristige Aufwertung des beliebten Ausflugsziels.
„Wir werden mit dieser Investition das kostenlose Familien-Ausflugsziel Nummer 1“, sagt Rabl. Die Kombination aus modernen Tieranlagen, mehr Grün sowie neuen Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten soll den Tiergarten noch stärker zu einem Ort machen, an dem Natur, Tiere und Erholung miteinander verbunden werden.

Rammerstorfer: „Größte Erneuerung in der Geschichte des Tiergartens“
Für Stadtrat Thomas Rammerstorfer, zuständig für den Tiergarten, handelt es sich um die größte Erneuerung in der bald hundertjährigen Geschichte der Anlage.
Er betont, dass der Tiergarten trotz der umfangreichen Arbeiten „zumindest in weiten Teilen“ geöffnet bleiben konnte. Sein Dank gilt insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Herausforderungen während der Bauphase bewältigen, sowie dem Tiergartenverein für dessen finanzielle Unterstützung.
„So wird der Herzensort vieler Welserinnen und Welser nächsten Frühling in ganz neuem Glanz erstrahlen und ein besonders wichtiger Teil der Landesgartenschau sein“, so Rammerstorfer.
Neuer Tiergarten bleibt auch nach der Gartenschau
Auch die Verantwortlichen der Landesgartenschau sehen im Umbau einen wichtigen Bestandteil des Projekts. Dipl.-Ing. Gottfried Struggl, Geschäftsführer der OÖ Landesgartenschau Wels 2027, spricht von einem „kräftigen Update“ für den Tiergarten.
Neue Gehege, mehr Grün, Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie neue Einblicke in die Tierwelt sollen die Anlage zu einem noch attraktiveren Treffpunkt für Familien und Naturfreunde machen.
Und die Investitionen sollen über das Gartenschaujahr hinaus Wirkung zeigen: Der modernisierte Tiergarten bleibt den Welserinnen und Welsern auch nach der Landesgartenschau „Stadt der Gärten“ erhalten – weiterhin bei freiem Eintritt.


