Wird als Folge Braunau umbenannt?

Nur sehr naive Gemüter können glauben, dass das Hitlerhaus in Braunau nach der äußeren Umgestaltung an Interesse verlieren könnte.
Die Umgestaltung und Neunutzung des Hitlerhauses in Braunau ist wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, wie man Zeit und Geld verplempert für ein Hirngespinst, weil das Gewünschte und Beabsichtigte damit nicht erreicht werden wird.
Denn auch wenn Hitlers Geburtshaus – die „Wiege des Bösen“ wie die Kronen-Zeitung schrieb – äußerlich jetzt anders aussieht, dürfte der internationale Hausschautourismus damit keineswegs abebben.
Denn alle Welt weiß, dass Hitler in Braunau geboren wurde, nicht nur das kleine Häuflein der unbelehrbaren Neonazis, sondern auch das Gros der Touristen, die ihr Reiseweg mehr oder weniger zufällig oder auch ganz geplant nach Braunau oder durch Braunau führt.
Diese Leute wissen oft gar nicht, wie Hitlers Geburtshaus einst und auch all die Jahre danach ausgesehen hat, werden aber die „Wiege des Bösen“ in der Salzburger Vorstadt 15 mit Sicherheit auch noch heute auffinden, wenn sie danach suchen, zumal man jetzt auch durch einen „Bedenkstein gegen das Vergessen“ indirekt darauf aufmerksam macht.

Die neuerdings darin untergebrachte Polizeistation wird allen zeigen, dass sie am richtigen Ort sind. Auch in Hitlers ehemaliger Münchner Wohnung in der Prinzregentenstraße hat man eine Polizeistation einquartiert. Vermutlich soll die dort einquartierten Polizisten Hitlers Geist festnehmen, falls er dort unvermutet auftauchen sollte. Dafür steht in Zukunft nun auch unsere Braunauer Polizei parat.
Die Neugierigen werden sie allerdings nicht verschrecken können. Denn auch künftig dürften Schaulustige verstohlen und in gruselnder Ergriffenheit vor dem Haus in der Salzburger Vorstadt in Braunau stehen, um zu sehen, wo das Böse beheimatet war, wenn auch nur sehr kurz. Es sind dieselben Leute, die in der Vergangenheit auf ihren Reisen auch schon die Geburtshäuser von Josef Haydn in Rohrau, von Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg, von Napoleon Bonaparte in Korsika und vielleicht auch noch von Benito Mussolini in Italien und von Francisco Franco in Spanien und meinetwegen auch das Schloss von Graf Dracula besichtigt haben.


Foto: Guggenbichler
Um das Hitlerhaus erfolgreich aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen, hörte man Leute auch schon sagen, wäre es besser gewesen, Braunau umzubenennen. Schließlich ist das auch schon bei der im Braunauer Bezirk liegenden Ortschaft Fucking in Fugging erfolgreich gelungen.

