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Maßnahmenpaket gegen Lehrermangel: Stadt Wels entlastet Pflichtschulen

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Die Personalsituation an den Welser Pflichtschulen ist kritisch: Für das kommende Schuljahr 2026/2027 fehlen rund 15 Prozent des Lehrpersonals. Als Schulerhalterin reagiert die Stadt Wels nun mit einem gezielten Maßnahmenpaket, um Pädagogen zu entlasten, die Wertschätzung zu erhöhen und den Schulstandort attraktiver zu gestalten.

Wels betreut aktuell 18 öffentliche Pflichtschulen (10 Volksschulen, 6 Mittelschulen, das Integrative Schulzentrum sowie eine Polytechnische Schule) mit rund 4.800 Schülern. Während das Land Oberösterreich für das Dienstverhältnis der etwa 600 Lehrkräfte zuständig ist, setzt die Stadt Wels als Eigentümerin dort an, wo die Belastung am größten ist.

Hoher Bedarf in städtischem Umfeld

Der Schulalltag ist fordernder denn je: Lehrermangel, zeitintensive Elternarbeit, ein hoher Anteil an Kindern mit Förderbedarf oder mangelnden Deutschkenntnissen sowie Verhaltensauffälligkeiten belasten das Personal massiv.

Die aktuellen Zahlen der Bildungsdirektion OÖ verdeutlichen die Schieflage:

  • Landesweiter Bedarf: 490 Stellen sind in Oberösterreich offen.
  • Brennpunkt Wels: Allein 91 dieser Stellen entfallen auf Wels – das sind fast 19 Prozent des gesamten oberösterreichischen Bedarfs.
  • Volksschulen im Fokus: Hier müssen 65 Stellen neu besetzt werden.

Das Welser Maßnahmenpaket ab 2026/2027

Um dem drohenden Engpass entgegenzuwirken, investiert die Stadt jährlich rund 80.000 Euro in die Attraktivierung des Arbeitsumfelds:

  1. Wertschätzung & Teambuilding: Bereits am 8. Juli startet ein großes Mitarbeiterfest für das gesamte Schulpersonal. Ab Herbst folgen regelmäßige Formate wie Kinoabende, um den Zusammenhalt und die Anerkennung zu stärken.
  2. Fachliche Unterstützung: Die Stadt übernimmt die Kosten für zusätzliche Fortbildungen von Lehrkräften und Schulleitungen (Organisation durch die Bildungsdirektion).
  3. Budgeterhöhung: Die Schulbudgets werden aufgestockt, um schulinterne Initiativen und Teambuilding-Maßnahmen unbürokratisch zu ermöglichen.

Investitionen in die Infrastruktur

Parallel zu den personellen Maßnahmen investiert Wels massiv in moderne Arbeitsplätze: Rund 26,6 Mio. Euro fließen in den kommenden Jahren in die Schulbau-Offensive. Davon entfallen 20 Mio. Euro auf den Neubau der VS 10 Wels-West und 6,6 Mio. Euro auf ein umfassendes Sanierungskonzept.

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl:

„In Wels droht ein Lehrermangel. Rund 15 Prozent des Personals an unseren Pflichtschulen fehlen für das kommende Schuljahr noch. Wir werden deshalb aktiv: Mit dieser Aktion machen wir Wels als Arbeitsort für Lehrkräfte attraktiver und sagen gleichzeitig Danke für den täglichen Einsatz.“

Walter Leberbauer-Ganzert, BEd (Personalvertretung):

„Lehrkräfte und Schulleitungen leisten in Wels unter herausfordernden Bedingungen ausgezeichnete Arbeit. Dafür braucht es Wertschätzung und gute Rahmenbedingungen. Wir begrüßen die Initiative der Stadt ausdrücklich, da sie dem Personalmangel entgegenwirkt – zum Wohle der Lehrkräfte und der Schüler gleichermaßen.“ | Bild: Stadt Wels

Politische Debatte um Zuständigkeiten

Trotz des präsentierten Maßnahmenpakets sorgt die aktuelle Situation für politischen Zündstoff. Kritik kommt insbesondere an der Rolle von Bildungsreferent Vizebürgermeister Mag. Klaus Schinninger (SPÖ). Während die Stadtspitze die Maßnahmen forciert, werfen Kritiker dem Bildungsreferenten Untätigkeit vor.
Die Problemlagen – insbesondere der Personalmangel – seien längst bekannt und bedürften einer aktiveren Verhandlungslinie mit dem Land Oberösterreich.

Fraktionsobmann GR Thorsten Aspetzberger findet dazu deutliche Worte:

Schinninger soll endlich ins Tun kommen und nicht ständig Probleme abschieben, die in seinem Zuständigkeitsbereich liegen. Als Bildungsreferent hat er die Aufgabe, Verhandlungen mit dem Land über die Beseitigung der Missstände aufzunehmen. Nur Schönwetterpolitik zu machen und sich bei Problemen wegzuducken, wird nicht reichen.“

Seitens der Fraktion (FPÖ) wird betont, dass das ständige Abschieben von Problemen, die in die Ressortzuständigkeit von Schinninger fallen, einer „Arbeitsverweigerung“ gleichkomme, während der Lehrermangel eigentlich auf Bundes- und Landesebene sowie in direkter Verhandlung durch den zuständigen Referenten gelöst werden müsse.

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