Steigende Arbeitslosenzahlen, angekündigte Einsparungen bei Beratungsangeboten und der Strukturwandel durch künstliche Intelligenz erhöhen den Handlungsdruck. Die Welser Grünen fordern daher mehr Engagement der Stadt bei Integration, Qualifizierung und Beschäftigung.
Die angekündigten Kürzungen und drohenden Jobverluste bei den Unternehmen der TroGroup – Trodat und Trotec – in Wels und Marchtrenk verschärfen die ohnehin angespannte Situation am regionalen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahlen in Wels und Wels-Land steigen seit Jahren. Mit Stichtag 1. Oktober waren 4.714 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind um 385 Personen mehr als im Vorjahr, ein Anstieg von 8,8 Prozent.
Gleichzeitig wird auch bei Beratungs- und Qualifizierungsangeboten gespart. Davon ist insbesondere die Beratungsstelle Migrare betroffen, deren Angebote sich an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund richten. Aufgrund von Sprachbarrieren und der häufig fehlenden Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse stehen diese Menschen bei der Integration in den Arbeitsmarkt vor besonderen Herausforderungen.

„Hier haben wir eine besondere Herausforderung“, betont der grüne Stadtrat Thomas Rammerstorfer. Ein Antrag der Grünen zur Unterstützung von Migrare wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zur weiteren Behandlung an den zuständigen Ausschuss verwiesen.
Grüne fordern mehr Unterstützung bei Integration und Qualifizierung
Wie Rammerstorfer unter Verweis auf aktuelle Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds hervorhebt, sind 36,9 Prozent der Bevölkerung in Wels im Ausland geboren. Damit weist Wels den höchsten Anteil unter den oberösterreichischen Bezirken auf.
Für Rammerstorfer ist das ein zusätzlicher Grund, die kommunalen Maßnahmen zu verstärken. Er fordert eine „aktivere Integrations-, Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspolitik“ seitens der Stadt. Gerade angesichts der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz und der damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitswelt brauche es rechtzeitig gezielte Angebote, um Menschen auf neue berufliche Anforderungen vorzubereiten.
Linzer Start-up-Strategie als mögliches Vorbild
Neben der Unterstützung von Arbeitssuchenden sieht Rammerstorfer auch Potenzial darin, neue wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen. Als mögliches Vorbild nennt er die Start-up-Strategie der Stadt Linz, die Unternehmensgründerinnen und -gründer gezielt fördert und miteinander vernetzt.
Aus Sicht der Welser Grünen sollte auch Wels stärker auf solche Initiativen setzen, um Beschäftigung zu sichern, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Menschen auf den Wandel am Arbeitsmarkt vorzubereiten.

