Hitzetage, Tropennächte, niedrige Pegelstände und sinkende Grundwasserstände: Die aktuellen Daten zeigen eindrücklich, wie stark Wels bereits von den Folgen der Klimakrise betroffen ist. Umwelt- und Klimastadtrat Thomas Rammerstorfer fordert deshalb ein entschiedeneres Vorgehen bei der Klimawandelanpassung.

„Die derzeitige Hitze- und Dürrewelle ist eine enorme Belastung für Mensch und Umwelt“, stellt Umwelt- und Klimastadtrat Thomas Rammerstorfer fest. „Und die aktuelle Situation ist kein Ausreißer, sondern ein Vorbote dessen, was zunehmend zur neuen Normalität wird.“
Ein Blick auf die Messdaten der Wetterstation Wels-Schleißheim verdeutlicht die Entwicklung:
- Hitzetage: Von 1991 bis 2020 wurden dort bis zum 8. August durchschnittlich 12 Tage mit mindestens 30 °C registriert. Heuer waren es im selben Zeitraum bereits 34 Tage.
- Tage mit mindestens 35 °C: Die Zahl ist von durchschnittlich einem auf acht Tage gestiegen.
- Tropennächte: Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fällt, gab es im langjährigen Vergleich durchschnittlich keine, heuer bereits fünf.
- Extreme Hitze: Von den sechs heißesten Tagen, die in Wels jemals gemessen wurden, fielen fünf in den heurigen Sommer.
- Langfristiger Trend: In 13 der vergangenen 15 Jahre lag die Durchschnittstemperatur über dem historischen Mittel.
Quelle: Klimadashboard Österreich – Temperaturdaten Wels-Schleißheim
Auch die Wasserstände geben Anlass zur Sorge
Untermauert wird die aktuelle Entwicklung durch die Daten des Hydrographischen Dienstes des Landes Oberösterreich.
Der Pegelstand der Traun liegt bereits seit Mitte Juni unter zwei Metern und lag Anfang August zeitweise sogar unter einem Meter. Zum Vergleich: Am 9. August des bereits sehr trockenen Vorjahres betrug der Tagesmittelwert 149 Zentimeter, aktuell sind es nur 122 Zentimeter. Die niedrigen Pegelstände sind nicht nur für die Natur problematisch, sondern stellen auch für die Stromproduktion eine Herausforderung dar. Auch die Wassertemperatur der Traun ist auffällig hoch: Nachmittags werden mehr als 22 °C erreicht, im Tagesmittel sind es etwa 20 °C. Damit ist die Traun derzeit rund zwei Grad wärmer als im Vorjahr. Auch beim Grundwasser zeigt sich die angespannte Situation: Der Grundwasserstand ist von 316 Metern über Adria im August 2025 auf aktuell 315,40 Meter gesunken – ein Rückgang um rund 60 Zentimeter.
Quelle: Hydrographischer Dienst Oberösterreich – Messdaten Wels
„Klimawandelanpassung muss gemeinsame Aufgabe werden“
Für Rammerstorfer zeigen die aktuellen Daten, dass die Stadt bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels rascher und entschlossener handeln muss.
„Wir haben im vergangenen Jahr eine Strategie mit konkreten Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Referate beschlossen. Die aktuelle Situation ist für alle zuständigen Referentinnen und Referenten eine Herausforderung. Wir müssen den Kampf gegen den Klimawandel und die Anpassung an seine Folgen aber als gemeinsame Aufgabe begreifen“, so Rammerstorfer.
Besonders dringend sei der Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze. „Von Kreislaufproblemen bis hin zu langfristigen gesundheitlichen Folgen: Hitzewellen sind keine reine Wetterfrage, sondern eine Frage der Gesundheit und Lebensqualität.“
Daher brauche es insbesondere mehr Beschattung und Kühlung auf öffentlichen Plätzen. Ein besonderes Augenmerk müsse zudem auf den Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen gelegt werden.
„Wenn die Zahl der Hitzetage und Tropennächte derart stark steigt, müssen wir unsere Stadt entsprechend anpassen. Beschattung, Kühlung und der Schutz besonders gefährdeter Menschen dürfen nicht aufgeschoben werden. Die Klimawandelanpassung muss jetzt sichtbar und spürbar werden“, fordert Rammerstorfer abschließend.


