Heuer gab es bereits zwei einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse zur zielgerichteten Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) im städtischen Tiefbau (Stichwort „digitaler Zwilling“). Im Juli wurde der Aufbau eines hochauflösenden 3D-Modells der Stadt beschlossen, bereits im März das digitale Tiefbaukataster. Letzteres ist seit April im Einsatz – Zeit für eine Zwischenbilanz!
Automatische Erfassung im Vorbeifahren
Das Programm hört auf den Namen vialytics und bewertet mithilfe von KI und georeferenzierten Bildern automatisiert den Zustand der Straßen. Die Besonderheit: Die Aufnahmen erfolgen ganz nebenbei im Zuge der regulären Abfallsammlung durch kommunale Fahrzeuge. Alle vier Meter wird dabei ein Bild der Straßenoberfläche erstellt – ohne zusätzlichen Aufwand für die Mitarbeitenden.

Neben dem Straßenzustand werden auch wichtige Infrastrukturobjekte wie Brücken, Ampelanlagen, Fahrradständer oder Bänke digital erfasst. Zu jedem Inventar lassen sich relevante Dokumente wie Bauwerkspläne, Prüfberichte oder Verträge hinterlegen. So entsteht ein umfassendes, digitales Abbild der städtischen Infrastruktur.
Digitales Auftragsmanagement per App
Das integrierte Auftragsmanagement ermöglicht es, Arbeiten direkt auf der Karte zu planen, zu priorisieren und den Mitarbeitenden zuzuweisen. Die App ist sowohl am PC als auch auf dem Smartphone nutzbar. So haben die Teams jederzeit Zugriff auf ihre aktuellen Aufgaben – inklusive Priorisierung, Fristen und einer Routenführung per Google Maps. Nach Abschluss einer Aufgabe erfolgt die Rückmeldung direkt im System, und die Auftragserstellung wird automatisch informiert.


Der Mensch behält die Kontrolle
Die finale Detailgenauigkeit und Bewertung sowie das Festlegen weiterer Maßnahmen samt Priorisierung liegen freilich weiterhin in menschlicher Hand. vialytics liefert hierfür eine wertvolle Entscheidungsgrundlage und spart vor allem Zeit. Zuvor mussten die Mitarbeitenden den Straßenzustand mit enormem Aufwand erfassen – bei der bisher letzten manuellen Erhebung fielen beispielsweise rund 600 Arbeitsstunden an.

Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert: „Seit April setzt die Dienststelle Tiefbau auf das innovative, KI-gestützte Tool Vialytics, um den Zustand der Straßen effizient und digital zu erfassen. Damit sind die Mitarbeitenden spürbar entlastet: Weil die KI die routinemäßige Aufnahme des Ist-Zustandes erledigt, bleibt viel mehr Zeit für die anschließende Entwicklung und Umsetzung nötiger Maßnahmen!“ | Bild: Stadt Wels

