Es war Mitte der 60er Jahre, in einer Zeit wo es weder Computer noch „whatsapp“ gab. Wir junge Buben und auch Mädchen träumten von großen Sportlern.
Anton Geesink war mein Vorbild. Als „zartes Bürscherl“ war ich bei Schüler-Rangeleien manchmal den größeren Kameraden unterlegen.
Bei ATSV Wels in der Schauerstraße (Turnsaal aus US Besatzungszeit) lernte ich Max Purtauf, Hans Kinigartner und andere Judokas kennen.

Nach Aussprache mit den Eltern durfte ich das Training beim „Roten“ Sportverein beginnen. Braungurtträger Max bemühte sich eifrig um den jungen Moserbuben, lernte ihm Beinfeger, Hüftwurf und „Osotogari“.
„Du bist ein flinkes Bürscherl, du hast noch Karriere vor dir“
Diese begann als ich als „Flinkes Bubi“ zur Auswahl in die Jugendnationalmannschaft als „Gelbgürtler“ berufen wurde. Trainingsmeister war ich keiner, wurde aber nach der Stellung beim österreichischen Bundesheer später nach der Grundausbildung zum Training zur Salzburger Militärstreife beordert. Als junger Wehrmann und später als Gefreiter durfte ich sogar Einsätze mit der damaligen Militärstreife begleiten. War ich stolz den Helm mit weißem Band tragen zu dürfen. Bei Hauptmann Herzog in der Heeressport- und Nahkampfschule konnte ich meine Judokünste aufbessern. All das verdanke ich Max meinem Vorbild.
„Zeitweise nachgeben und dann Siegen durch kleinen Aufwand, aber maximale Wirkung erzielen“ war auch beruflich ein Leitsatz in meinem weiteren Leben. Und damit bin ich gut gefahren – auch wenn es nicht immer leicht war.
Erst in späteren Jahren, es war Anfang 2010 lockte mich wieder die Versuchung zum Judosport. Beim PSV Wels, wo nun Max (5. Dan) als Trainer agierte begann ich in der Judo Seniorenrunde wieder zu trainieren. 8 Kilo waren so schnell abgenommen. Max und der Judosport formte mich nicht nur als Mensch und Kamerad, sondern auch als Nachgeber und Kämpfer, und dafür lieber Freund Purtauf bedanke ich mich bei dir. Auch du und deine ehrliche, aber auch mahnenden Worte haben mich in vielleicht komplizierten Lebenssituationen mit Jugendsünden wieder auf den richten Weg gebracht.
Danke dafür!
Du wirst mir immer ein Vorbild sein.
Helmut Moser

