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Neues Kapitel für Oö. Digitalzukunft

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Mit dem Campus 42 Wels im Welser Dienstleistungszentrum (WDZ) 5 im Westpark wird Wels zum Hotspot für Ausbildung in der Digitalisierung auf Weltklasseniveau. Das internationale Erfolgsmodell der École 42 bringt eine radikal neue Form des Lernens nach Oberösterreich: Kostenfrei, ohne Lehrer und rund um die Uhr zugänglich. 42 Wels ist eine langfristige Infrastrukturmaßnahme für Fachkräfteentwicklung, Innovation und Wachstum.

In einer Zeit, in der die Digitalisierung – vor allem Künstliche Intelligenz – über die globale Wettbewerbsfähigkeit entscheiden, setzt Wels ein deutliches Signal. Als Teil des renommierten Netzwerks der École 42 entsteht im Westpark nach 42 Vienna der zweite Bildungscampus in Österreich zur Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte für IT und digitale Entwicklung der nächsten Generation.

Der Wettbewerb um ICT-Fachkräfte verschärft sich seit Jahren: Laut dem oberösterreichischen Fachkräftemonitor wird sich die Lücke in den kommenden 15 Jahren verdoppeln. Klassische Ausbildungswege liefern nicht ausreichend Absolventen mit praxis- und industrienahen Kompetenzen. Zugleich nehmen Rekrutierungskosten, der Zeitraum bis zur Einstellung und Abhängigkeit vom internationalen Arbeitsmarkt zu. Daher gilt es, auf Fachkräfteentwicklung statt Fachkräfteimport zu fokussieren.

Beginn im Herbst – Anmeldung ab sofort

Das Modell von 42 bricht mit traditionellen Strukturen, da es keine Lehrkräfte, keine Vorlesungen und keine Noten gibt. Das Ausbildungsmodell basiert auf Peer-to-Peer-Learning (Wissensaustausch unter Gleichgestellten), Projektarbeit und Gamification (spielerisches Lernen). Die Studierenden lösen reale technische Herausforderungen, organisieren sich selbst und entwickeln gezielt Problemlösungskompetenz, die in der modernen Wirtschaft gefordert ist.

Der reguläre Ausbildungsstart am Campus 42 Wels ist für den heurigen Oktober geplant. Ab Juni finden bereits drei Piscines (zentrales Einstiegs- und Auswahlformat) statt, nach deren Abschluss beginnt mit fünf Angestellten der eigentliche Ausbildungsbetrieb. Zum Start sind rund 80 Studierende vorgesehen. In den Folgejahren kann die Kapazität – abhängig von Infrastruktur, Finanzierung und regionalem Bedarf – schrittweise erweitert werden. Die Infrastruktur zu Beginn lässt bis zu rund 250 Studierende zu. Anmeldungen sind ab sofort unter www.42wels.atmöglich. Ab März werden verschiedene Formate am Campus stattfinden, um allen Interessierten 42 Wels näher vorzustellen.

Das Studium bei 42 ist zu 100 Prozent kostenlos. Das Programm wird vollständig durch Partner aus der Wirtschaft und Industrie sowie Fördergeber finanziert. Trotzdem gibt es keine Verpflichtung, nach dem Abschluss bei einem der Partnerunternehmen zu arbeiten. Die einzige formale Bedingung für eine Bewerbung ist ein Mindestalter von 18 Jahren. Ein Vorwissen z.B. im Programmieren oder bestimmte Noten oder Abschlüsse sind keine Voraussetzung: Nur Talent, Ausdauer und Teamfähigkeit zählen. Obwohl in der Tech-Branche Fähigkeiten mehr als Diplome zählen, können Studierende optional zusätzlich zum 42-Abschluss ein Zertifikat auf Bachelor- oder Master-Niveau erwerben.

Wirtschaftsmagnet im Westpark

Der neue Campus fungiert als Brücke zwischen Bildung und Praxis. Durch die Kooperation und unmittelbare Nähe zu Industrie und der Startup-Szene entsteht ein dynamisches Umfeld, in dem Bildung, Karriere und Unternehmertum verschmelzen und Innovation direkt in die alltägliche Anwendung fließt. Auch aus Standortperspektive ist der Campus ein klares Signal einer Aufwertung für Wels.

Beitrag zur Nachhaltigkeit

Neben der wirtschaftlichen Relevanz leistet 42 Austria auch einen wichtigen Beitrag zu einigen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UNO):

  • Ziel 4 „Hochwertige Bildung“: 42 Austria ermöglicht allen Personen ab 18 Jahren einen niedrigschwelligen Zugang zu praxisorientierter, zeitgemäßer IT-Ausbildung ermöglicht.
  • Ziel 5 „Geschlechtergleichheit“: Der Anteil an Frauen soll langfristig ausgewogen sein.
  • Ziele 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ und 10 „Ungleichheiten verringern“: Fachkräfte aus prekären Verhältnissen erhalten Zugang zu stabilen, gut bezahlten Jobs, die Integration in Arbeitswelt und Gesellschaft wird gefördert.

Zahlen, Daten und Fakten

  • 42 Wels 24/7 365: Der Campus ist rund um die Uhr das ganze Jahr über geöffnet.
  • Piscine (französisch für Schwimmbecken): Der Einstieg erfolgt über eine vierwöchige Intensiv-Trainingsphase, bei dem die Eignung und Begeisterung für das Modell getestet werden.
  • Lernen lernen: Das Ausbildungsmodell von 42 vermittelt nicht nur technische und digitale Fähigkeiten. Die Studierenden lernen zudem, sich eigenständig Wissen anzueignen und entwickeln Kompetenzen im Wissensaustausch unter Gleichberechtigten (Peer-to-Peer-Learning).
  • Infrastruktur: Auf 1.160 Quadratmetern ist wird der Campus im Westpark Wels mit moderner Hardware ausgestattet und bietet kreative Lernzonen für eine Gemeinschaft von IT-Talenten.

École 42: Diese wurde 2013 in Paris gegründet und zählt international zu den innovativsten IT-Ausbildungsmodellen. Das Netzwerk 42 hat über 50 Standorte in über 30 Ländern mit aktuell mehr als 25.000 aktiven Studierenden. Mit 42 Vienna wurde das Modell bereits erfolgreich in Österreich etabliert. Der Campus in Wels – übrigens weltweit insgesamt der 57.– erweitert diese Struktur nun gezielt in eine der stärksten Industrieregionen Europas.

Im Bild (v.l.): Stefan Pierer (Pierer Industry AG), Bürgermeister Dr. Andreas Rabl, Mag. Florian Brunner, MBA und Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß.  | Bild: Stadt Wels

Zitate

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Wels investiert gezielt in die Zukunft. Der Campus 42 macht unsere Stadt international als modernen Technologiestandort sichtbarer. Wir schaffen hier einen Ort, an dem die Synergie aus Bildung, Innovation und Wirtschaft im Vordergrund stehen, und sichern so langfristig hochqualifizierte Arbeitsplätze in unserer Region.“

Mag. Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (Geschäftsführung Fronius International GmbH und Vorstand 42 Austria): „Mit 42 Wels setzen wir ein klares Zeichen für den Industriestandort Oberösterreich. Motivation, Kreativität und Selbstverantwortung zählen hier mehr als Zeugnisse. Die anspruchsvolle Ausbildung verabschiedet sich vom klassischen Frontalunterricht und setzt stattdessen auf Lernen in Peer Groups, Teamarbeit und praxisnahe Projekte. So werden gezielt jene Talente ausgebildet, die unsere Industrie für die digitale Transformation dringend benötigt.“

Mag. Florian Brunner, MBA (Geschäftsführer 42 Vienna): „Der Fortschritt der Künstlichen Intelligenz verändert Wirtschaft und Gesellschaft schneller, als klassische Ausbildungssysteme reagieren können – das ist längst Realität. Gefragt sind Menschen, die gelernt haben zu lernen, sich laufend anzupassen und Verantwortung zu übernehmen. Fähigkeiten wie kritisches Denken, Teamarbeit und Resilienz werden durch KI nicht ersetzt, sondern immer wichtiger. 42 ist seit über zehn Jahren genau für diese Entwicklung gebaut. Mit 42 Wels schaffen wir einen strategischen Baustein für Österreichs digitale Zukunft – bewusst regional und gemeinsam mit starken Partnern aus Wirtschaft und Industrie. Ich freue mich sehr, endlich in Wels starten zu können!“

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