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Gegen Naturschutz mit der Flinte

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Der Welser Umwelt- und Klimastadtrat Thomas Rammerstorfer kritisiert die Pläne von Naturschutz-Landesrat Haimbuchner zum Biber-Abschuss.

Dieser hatte in einer Pressekonferenz mit dem etwas zynischen Titel „Artenschutz sichern, Konflikte entschärfen“ verkündet, dass künftig bis zu 158 Biber im Jahr getötet werden sollen. Argumentiert wird dies mit angeblich hohen Schäden für die Landwirtschaft durch die Nagetiere, wobei keine Zahlen genannt werden konnten.

Rammerstorfer kann die Argumentation nicht nachvollziehen: „Man tut so, als würde die Population ins Unendliche wachsen. Das ist nicht richtig. Biber haben angestammte Reviere, die nur jeweils von einer Familie bewohnt werden. Sind die Plätze vergeben, wird sich auch die Anzahl einpendeln.“ In den letzten Jahren sei die Population natürlich stark gewachsen, weil die Biber erst wieder zurückgekehrt sind. Natürlich gäbe es Orte, wo Biberdämme nicht möglich sind. Hier ist ein Abschuss bereits jetzt erlaubt. „Mit der neuen Verordnung werden aber Abschüsse in ganz anderen Dimensionen legal“, so Rammerstorfer.

Der Welser Umwelt- und Klimastadtrat Thomas Rammerstorfer | Bild: Die Welser Grünen

Alternativ zur Tötung sei auch eine Verbringung in andere Regionen möglich. „Wir haben erst im Frühling mit dem Welser Tiergarten geholfen, Biber von Salzburg nach Portugal umzusiedeln.“ Einige Wochen hatte die Familie Zwischenstation im Zoo gemacht. In Portugal und anderen Ländern Südeuropas gibt es gezielte Wiederansiedelungsprojekte: „Dort weiß man um die Bedeutung der Tiere für die Wasserrückhaltung in Dürreperioden, aber auch den Hochwasserschutz“, berichtet Rammerstorfer. Ein Vorbild für das Bibermanagement sei auch die Schweiz, dort werden quasi keine Tiere getötet: „Es gibt Alternativen zum Naturschutz mit der Flinte“. In der Schweiz werden die jeweiligen Konfliktfälle begutachtet und je nach Art mit Präventions- oder Entschädigungsmaßnahmen entschärft. Rammerstorfer weiter: „Bei den nun bald anstehenden, gesetzlich verpflichtenden, Renaturierungsmaßnahmen und beim Hochwasserschutz ist der Biber als Gestalter von Lebensräumen ein Verbündeter und kein Feind.“

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