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Leben wir noch oder degenerieren wir schon?

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Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Was ist bloß mit den Menschen los? Neben Mut und Hausverstand gehört auch eine Portion Gelassenheit zum Leben. Doch von den genannten Eigenschaften scheinen unsere Zeitgenossen kaum noch etwas zu besitzen und die Irrationalitäten häufen sich, wie vor allem ältere und erfahrene Menschen bemerken.

Immer mehr Leute der sogenannten Opa-Generation haben heute den Eindruck, dass sich die jungen Leute von heute nur wenig zutrauen, nur wenig wollen und sich vor vielem fürchten. Das gilt natürlich nicht für die Ausnahmen unter den Jugendlichen, die es natürlich gibt.

Woher aber nur kommt dieses Trau-mir-nix-zu- und Fürchte-mich-sehr-Verhalten? Vermutlich ist es das Resultat der Erziehung der sogenannten Helicopter-Eltern, die in einer Zeit aufwuchsen, in der es der Bevölkerung wirtschaftlich noch recht gut ging in diesem Land: in den 1970er- und 1980er-Jahren.

Die Kinder aus dieser Zeit sind heute jedoch erwachsen, sitzen an den Schalthebeln des heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftslebens, verhalten sich aber oft nicht sehr viel anders als ihre Kinder, konstatiert die heutige Opa-Generation.

Denn das, was dieser älteren Generation mittlerweile oft widerfährt, hatte es – als diese in der Mitte ihres Lebens war – nicht gegebene. Was damit gemeint ist, erklärt ein 76-jähriger Welser Unternehmer (Name d. Red. bekannt), der kürzlich einen Anruf von der Polizeiwache Dornbirn erhielt, weil eine Zeitung in Vorarlberg kürzlich eine von seiner Firma irrtümlich versandte Mail mit harmlosen Inhalt erhalten hatte, die der Empfänger aber nicht haben wollte.

Statt diese Mail einfach zu löschen, setzte er die Polizei in Gang, die beim Absender nach den Gründen für die Mailverschickung forschen sollte. Darin sehen viele ein nicht gerade normales Verhalten, betont der Betroffene.

„Gegen nicht bestellte Briefe oder Werbung haben wir früher auch nicht gleich die Polizei alarmiert, sondern das Ganze in den Mistkübel geworfen, womit die Sache erledigt war“, sagt der Welser Unternehmer und meint in Anbetracht seines aktuellen Falls: „Das alles ist nur noch krank!“

So dürfte es wohl auch Karlheinz Falkenstein sehen, ein 72jähriger Betriebswirt im Ruhestand aus Baden-Württemberg, der wegen einer sechs Tage verspäteten Steuererklärung eine Mahngebühr von 9.50 Euro zahlen sollte. Verärgert wandte er sich mit einem Schreiben direkt an den baden-württembergischen Finanzminister Danyal Bayaz (41, Grüne), das in Form und Inhalt aber höflich und sachlich und auch nicht ganz so ernst gemeint war. Deshalb hatte Falkenstein auch ein Bild von einem historischen Duell von 1763 beigelegt, auf dem sich zwei Politiker schießen.

Daraufhin dürfte der Minister und seine Umgebung in groß Furcht verfallen sein, weil daraufhin die Kripo in Marsch gesetzt wurde, um zu überprüfen, ob Falkenstein ein Staatsfeind sei…

Im Finanzministerium sieht man mittlerweile ein, dass die Reaktion überzogen war, weshalb man sich entschuldigte. Auch der Mann von der Polizeiwache Dornbirn sah nach dem Telefongespräch mit dem Welser Unternehmer keinen Grund zum Einschreiten.

Dass heutige Erwachsenen offenbar nicht mehr über den Hausverstand, den Mut und die abwägende Gelassenheit ihrer Väter verfügen, wird auch daran deutlich, dass heute auch die Cobra ausrückte, wenn Kinder oder Jugendliche mit Wasserspritzpistolen auf den Straßen gesichtet werden.

„Hätte es in unseren Kindertagen in der Nachkriegszeit schon solche Angsthasen wie heute gegeben, wir wären ständig mit der Polizei in Konflikt geraten, weil wir oftmals mit unseren Kapselrevolvern auf der Straße rumgeballert haben“, erinnert der Welser Unternehmer und ein anderer Mann seines Alters pflichtet ihm bei: „Wir haben mit Luftdruckgewehren in freier Wildbahn auf Vögel geschossen. Ein bisschen mehr lässige Ungezwungenheit und weniger Aufgeregtheit täte unseren Kindern und Enkeln schon gut!“

In heimischen Zeitungen wurde jüngst Klage darüber geführt, dass in einem Verteidigungsfall unseres Landes von unseren Jugendlichen kaum was zu erwarten sein wird. Der Wehrwille liegt am Boden, nicht zuletzt auch, weil die heutigen Stellungspflichtigen viel zu dick für einen Kampfeinsatz sind. Auch bei unserer Polizei werden die meisten Bewerber schon am ersten Testtag abgelehnt, schreibt der „Kurier“.

Unsere bundesdeutschen Nachbarn; die in dieser Hinsicht nicht viel besser dran sind, würden sagen: Lauter Luschen! Auch im zivilen Bereich scheint mit ihrer Jugend nicht viel anzufangen zu sein. „Deutsche Betriebe schlagen Azubi-Alarm“, schrieb kürzlich die „Bild-Zeitung“ und nannte auch gleich die Gründe dafür: „Nicht belastbar, kein Deutsch, kein Bock!“ Man darf davon ausgehen, dass die Situation bei uns in Österreich ähnlich ist, wo offenbar kaum noch jemand arbeiten möchte, solange Sozialhilfe und Unterstützungsgelder sprudeln.

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