Inflation schrumpft auch Landeshauptmann-Gage

In Österreich herrscht zurzeit ein Klima wie beim Schiffsuntergang der „Titanic“: Eisberg voraus! Rette sich wer kann! Jeder ist sich selbst der Nächste! Oberösterreichs Politiker gehen mit „gutem“ Beispiel voran.
Obwohl sich die derzeitige und unbeliebteste Koalitionsregierung aller Zeiten notgedrungen auf eine Nulllohnrunde für Spitzenverdiener in der Bundespolitik festgelegt hat, um nicht noch gieriger dazustehen, will Oberösterreichs oberster Landeslenker, der ohnehin schon um die 20.000 Euro monatlich kassiert, auf eine Gehaltsaufbesserung für sich und seinesgleichen nicht verzichten.

| Bildquelle: Land OÖ / Denise Stinglmayr
„Bei der Selbstentwertung des Politikerberufs mache ich nicht mit“ polterte Landeshauptmann Thomas Stelzer in den OÖN. Denn in Oberösterreich sei man „generell“ und seit Jahren schon fünf Prozent unter dem vorgesehenen Betrag im österreichischen Bezüge-Gesetz, heischte Stelzer um Verständnis und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich zur gegebenen Zeit mit dem Koalitionspartner FPÖ darüber abstimmen werde. Man darf gespannt sein, wie sich Oberösterreichs Blaue in Sachen eigener Gehaltsaufbesserung entscheiden werden.
In der Bevölkerung scheint man einen Inflationsausgleich für die ohnehin gutverdienende politische Kaste nicht zu goutieren. Denn schon seit Jahren sind alle „normalentlohnten“ Mitbürger durch die galoppierende Inflation dazu verdammt, eine „Selbstentwertung ihres Berufs“ hinzunehmen, was Menschen mit Durchschnitts Gehältern von 1.500 bis 3.000 Euro natürlich besonders hart trifft. Doch dies scheint niemanden zu kümmern.
Wenn aber Landeshauptleute mit einer Gage von 20.000 Euro pro Monat auf einen Inflationsausgleich beharren, wissen sie nicht, mit welchen Nöten sich die Bevölkerung herumschlagen muss, deren Interessen sie eigentlich vertreten sollten.
Doch letzteres scheint schon lange nicht mehr der Fall zu sein, wie die Resultate der politischen Arbeit in den vergangenen 30 Jahren zeigen. In diesen drei Jahrzehnten wurden viele falschen, weil parteipolitischen Entscheidungen getroffen und gravierende Probleme vor sich hergeschoben. Dies alles hat zur heutigen Budgetkatastrophe geführt. Wenn es dem Staat in er Vergangenheit an Geld fehlte, wurden kurzerhand die Steuern erhöht, bis kaum noch was zum Auspressen vorhanden war.
Nun greifen die von uns annehmbar entlohnten Regierungsvertreter sogar nach dem Geld von Rentnern, Behinderten und Servicekräften, demnächst wohl räumen sie auch noch die Teller der Klofrauen aus.
Dass die Volksvertreter einmal auch bei sich oder bei der Verwaltung sparen könnten, kommt weder Bundespolitikern noch Landespolitikern in den Sinn. In Zeiten wie diesen keine Nulllohnrunden für politische Spitzenverdiener akzeptieren zu wollen, ist nicht nur gefühllos, sondern in höchstem Maß degoutant.
Statt einen Inflationsausgleich für die gutverdienenden politischen Minder-Leister in Erwägung zu ziehen, sollte man deren Gehälter um wenigstens die Hälfte kürzen, fordern immer mehr Menschen, die von der Politik – gelinde gesagt – enttäuscht sind. Eine Supermarktverkäuferin würden den Herrschaften schon verklickern, dass man auch noch mit „nur“ 10.000 Euro Monatsgage in diesen Zeiten prächtig leben kann.

