StartAktuellOffiziere haben auch kritische Medien zu ertragen

Offiziere haben auch kritische Medien zu ertragen

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Die Politik hat im Heer nichts zu suchen

Mit einigen der höheren Offiziere oder auch Brigadiere des Bundesheeres, würde ich – wenn diese zum schwarzen Parteiapparat gehören – in keinen Krieg ziehen wollen. Von Ausnahmen einmal abgesehen.

Denn als ausgebildeter Jagdkommandosoldat kann ich mir nur schwer vorstellen, wie diese Herrschaften einem potentiellen Feind ins Auge sehen wollen, wenn sie auf ihren Veranstaltungen nicht einmal den Anblick eines kritischen Vertreters der öffentlichen Meinung ertragen.

Anstatt sich Journalisten in einem Streitgespräch zu stellen – schließlich wollen wir alle ein wehrfähiges Heer – schotten sich diese schmucken Uniformträger ab und haben offenbar auch keine Nerven, die von den Medienleuten zu militärischen Fragen veröffentlichten Nachrichten und Meinungen zu lesen, weshalb sie ihren Mail-Zugang am Arbeitsplatz einfach sperren.

Insofern haben die davon betroffenen Medien-Vertreter aber noch Glück gehabt. Denn würden diese ihre Neuigkeiten zum Thema Bundesheer noch per Boten zustellen lassen, würde die als Überbringer der nicht immer guten Nachrichten wohl getötet werden.

Dabei sind weder die Brigadiere noch andere Heeresangehörige – seien diese nun als Militärkommandanten oder vielleicht in einer anderen Funktion im schwarz geführten Verteidigungsministerium tätig – die Besitzer des Bundesheeres.

Das gehört, ganz klar, dem österreichischen Volk, das schon ein Anrecht darauf hat, mitzureden, wenn es um die Ausrüstung und Verteidigung des Landes geht und auch dann, wenn sich deren Meinung nicht mit der Meinung der Volksvertreter im Parlament oder mit der Ansicht der Regierung deckt.

Auch wenn einmal – zu Recht – kritisiert wurde, dass unser Luftraum wegen einer Panne einige Stunden lang ungeschützt war, braucht sich in der Rossauer Kaserne niemand auf den Schlips getreten fühlen.

Denn bei der Effizienz unserer Heeresführung unter der rührigen Ministerin Klaudia Tanner ist diese Panne sicherlich schon längst dauerhaft behoben. Vielleicht sollte die Frau Ministerin ihren höheren Chargen sagen, dass die Medienvertreter die Sprachrohre des Souveräns sind, und dass sich die Militärs – egal welcher politischen Coleur sie angehören mögen – mit ihnen auseinanderzusetzen haben.

Manche tun das sogar, trotz der Angst, die sie dabei haben, weil sie um ihre Karriere fürchten müssen. Niemand will schließlich auf einem Neunerposten landen. Leider ist das Bundesheer in den entscheidenden Positionen – angefangen vom Verteidigungsministerium bis hinunter zu den Militärkommanden – politisch durchseucht. Dabei sollte sich die Politik gerade aus dem Heer heraushalten.

Denn wie soll man – im Fall des Falles –miteinander in den Kampf ziehen, wenn man den Kameraden neben sich auf Grund der politischen Zugehörigkeit nicht leiden kann. Auch wenn man bis dahin schon über genügend moderne Waffen und Geräte verfügen sollte, würde die Schlacht dann wohl nicht zu gewinnen sein.

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