Das bestehende Sickerbecken am Grünbach hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Mit einem neuen Versickerungsbecken um rund 2,7 Millionen Euro soll die kontrollierte Versickerung langfristig gesichert werden. Das Projekt stärkt sowohl den Hochwasserschutz als auch die Grundwasseranreicherung in der Welser Heide. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.

Grundwasseranreicherung und Hochwasserschutz
Neben der Traun, die Wels im Süden begrenzt, durchfließen weitere Gewässer das Stadtgebiet. Eines davon ist der Grünbach, dessen Wasser am Ende seines rund 29 Kilometer langen Fließwegs kontrolliert versickert. Die Grünbachversickerung spielt eine wichtige Rolle für die Grundwasseranreicherung in der Welser Heide und trägt damit zur Sicherung der regionalen Wasserversorgung bei.
Im gesamten Welser Stadtgebiet versickern jährlich rund 9,5 Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser. Das stärkt die Grundwasserreserven und ermöglicht dessen Nutzung für die Wasserentnahme, thermische Anwendungen wie Wärmepumpen sowie für die Objekt- und Prozesskühlung.
Der Grünbach entspringt laut DORIS, dem Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System, in Gaspoltshofen im Bezirk Grieskirchen und durchfließt mehrere Gemeinden im Bezirk Wels-Land. In Wels verläuft er durch das nördliche Stadtgebiet. Die Freizeitanlage Wimpassing dient weiterhin als Rückhaltebereich für Grünbach-Hochwässer. Nach rund 29 Kilometern erreicht das Gewässer seinen Endpunkt im Bereich der Marchtrenker beziehungsweise Niederlaaber Straße nördlich der A 25.
Bestehendes Sickerbecken wird erweitert
Das bisherige Sickerbecken wurde 2007 in Betrieb genommen und ist inzwischen am Ende seiner Nutzungsdauer angelangt. Eine weitere alleinige Nutzung wäre nur noch für wenige Jahre möglich. Grund dafür ist die notwendige regelmäßige Entfernung von Schweb- und Feinteilen an der Beckensohle. Diese Arbeiten können nur bis zu einem bestimmten Mindestabstand zum Grundwasser durchgeführt werden, um eine Verunreinigung zu verhindern.


Der Welser Gemeinderat beschloss deshalb im vergangenen Dezember einstimmig den Ankauf eines Grundstücks für ein zusätzliches Versickerungsbecken in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Anlage. Die Kosten für den Grundstückserwerb beliefen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Für die Errichtung des neuen Beckens sind weitere 1,4 Millionen Euro vorgesehen.
Künftig sollen die beiden Becken abwechselnd betrieben werden. Das ermöglicht eine längere Nutzung der gesamten Anlage. Zusätzlich wird das bestehende Becken mit einer frischen Naturkiesauflage versehen, die aus dem Aushub des neuen Beckens gewonnen wird.
Bauvorbereitungen bereits abgeschlossen
Nach der Einreichung der Projektunterlagen und den erforderlichen Verhandlungen vergab der Stadtsenat im Juni einstimmig den Auftrag zur Baufeldfreimachung. Dafür musste eine 30-Kilovolt-Starkstromleitung auf einer Länge von rund 400 Metern unterirdisch verlegt und die bestehende Freileitung abgetragen werden. Die Kosten dafür betrugen brutto rund 150.000 Euro.
Im September folgte ebenfalls einstimmig die Auftragsvergabe für die Errichtung des neuen Sickerbeckens. Dieses wird rund 12.300 Quadratmeter groß und etwa sechs Meter tief sein. Das Fassungsvolumen beträgt rund 90.000 Kubikmeter.
Zum Projekt gehören außerdem ein rund 120 Meter langer Überleitungskanal mit einem Durchmesser von etwa 1,2 Metern sowie die erforderlichen Ein- und Auslaufbauwerke. Für diesen Bauauftrag sind brutto rund 860.000 Euro vorgesehen.
Fertigstellung im Laufe des Jahres 2027
Der Baubeginn ist unmittelbar nach der noch ausstehenden Förderzusage des Bundes und des Landes Oberösterreich möglich. Nach derzeitigem Planungsstand könnten die Arbeiten frühestens im November starten.
Das abschnittsweise Ausheben des Beckens soll bei planmäßigem Verlauf rund vier Monate dauern. Für die Errichtung des Überleitungskanals sind etwa zwei Monate vorgesehen. Die vollständige Fertigstellung des Projekts „Grünbachversickerung Neu“ ist im Laufe des Jahres 2027 geplant.
Stadt sieht langfristige Sicherung der Wasserversorgung
Bürgermeister Dr. Andreas Rabl (im Bild links) unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Die Endversickerung ist für den Grundwasserpegel in der Welser Heide lebenswichtig. Mit der Erweiterung der Sickerflächen kann die Endversickerung für die nächsten Jahrzehnte sichergestellt werden.“

Auch Stadtrat Ralph Schäfer, MSc, (im Bild rechts), zuständig für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung, hebt die doppelte Funktion der Anlage hervor: „Beim Wasser muss das Werkl rennen, und zwar in beide Richtungen.“
Das neue Sickerbecken soll Grünbachwasser kontrolliert aufnehmen und verhindern, dass es bei Starkregen und Hochwasser unkontrolliert abfließt und Schäden verursacht. Gleichzeitig wird das Wasser gezielt dem Grundwasser der Welser Heide zugeführt.
Schäfer betont: „Hochwasserschutz und Grundwasserschutz sind keine Gegensätze, sie gehören zusammen. Wasser, das wir sinnvoll versickern lassen, schützt uns heute und versorgt uns morgen.“
Mit dem Neubau soll die Grünbachversickerung für die kommenden Jahrzehnte gesichert werden – als wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz und die nachhaltige Nutzung der regionalen Grundwasserressourcen.

