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Welser Tiergarten erneuert sich für „Stadt der Gärten“

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Die im vergangenen Sommer vorgestellten Pläne zur Erneuerung des Welser Tiergartens für die Landesgartenschau „Stadt der Gärten“ 2027 gehen nun ab Osterdienstag, 7. April in die Umsetzung. Zu den Gesamtinvestitionen von rund 1,6 Mio. Euro steuert der Verein Freunde des Welser Tiergartens 100.000 Euro bei, den Rest finanziert die Stadt selbst.

Neuer Haustierbereich

Gestartet wird gleich mit dem finanziell größten Brocken: Die Neugestaltung des rund 1.400 Quadratmeter großen Haustierbereiches macht rund 250.000 Euro aus. Für die Umbauarbeiten ist dieser nördliche Teil des Areals (Eingang Maria-Theresia-Straße bis Tiergartenbrücke über den Mühlbach) von Dienstag, 7. April bis etwa Anfang Juni für die Besucher gänzlich gesperrt. Der Durchgang von Nord nach Süd und umgekehrt bleibt durch die Eingänge Herminenhof und Messe gewährleistet.

Visualisierung Neuer Haustierbereich | (c) kontur ZT GmbH

Entstehen soll ein Offenfrontstall mit Bauernhof-Ambiente: Unter einem Vordach besteht ein guter Einblick in die Stallbuchten der Kunekune Schweine, Tauernscheckenziegen und Ouessant-Schafe. Letztere können künftig mit den Besuchern in einer Begegnungszone auf Tuchfühlung gehen. Die Kaninchen bleiben von den Besuchern getrennt, eine Fütterung mit Gras beziehungsweise Heu durch die Abtrennung wird möglich sein. Eine Stallbucht ist für die Gäste nutzbar und bietet einen Ort unter Dach für Kinderführungen bei Schlechtwetter. Die Zackelschafe kommen in den Osten des Bereiches, die Appenzeller Spitzhaubenhühner dürfen frei herumlaufen. Die Begegnungszone und die Koppeln erhalten zusätzliche teils blühende Bäume und die Freifläche einen kleinen Blumen-Bauerngarten.

Weiterer Verlauf

Nach Beendigung dieses Bauabschnittes im Norden sind für die weiteren Baumaßnahmen – die hauptsächlich im südlichen Bereich stattfinden werden – keine Totalsperren mehr nötig. Allerdings kommt es entsprechend des Zeitplans rund um die jeweiligen Gehege zu zeitweiligen Absperrungen und Abweichungen von der regulären Routenführung. Nachstehend der Überblick aus heutiger Sicht:

Ausweichquartier Quarantänestation und Wirtschaftshof (rund 230.000 Euro, nach Ostern bis etwa Mitte Mai): Beide bestehenden Gebäude sind total veraltet und werden daher zeitlich parallel zum Haustierbereich abgerissen. Die am gleichen Ort zu errichtende moderne Quarantänestation wird dem Tiergarten nach dem EU-Tiergesundheitsrecht (Animal Health Law, AHL) die „Genehmigung des Status geschlossener Betriebe“ sichern, die u.a. für die Verbringung von Primaten erforderlich ist.

Arainsel (rund 80.000 Euro) und Buffetvolière (rund 150.000 Euro, beides Anfang Juni bis etwa Ende September): Vom Buffet aus sollen die Gäste nach der Sanierung und Adaptierung der bestehenden Volièren Zwergmangusten mit Opal- und Blauracken beziehungsweise mit Decken- und Rotschnabeltokos beobachten können. Und damit die farbenprächtigen Papageien ganzjährig als Blickfang dienen, bekommen sie ein neues Winterhaus in doppelter Größe mit besserem Besuchereinblick.

Ausstellungs- und Echsenplatz (rund 120.000 Euro, Mitte Juni bis etwa Ende Juli): Der Bereich zwischen Eingang Messe und Buffet beherbergt derzeit die ältesten und baufälligen Tierhäuser. Nach deren Abriss soll gleich beim Eingang vom Messegelände aus rund ein Drittel der Fläche als Ausstellungsplatz zu Themen des Tiergartens, der Landesgartenschau und der Naturschauplätze Oberösterreichs dienen. Der Platz kann mit einem Pavillon überspannt werden. Daran angrenzend kommen Sitzgelegenheiten, ein Spielbrunnen für Kinder sowie Gehege für die Zauneidechsen.

Visualisierung Pavillon Ausstellungsplatz | (c) kontur ZT GmbH

Große begehbare Flugvolière (rund 140.000 Euro, Mitte Juli bis Anfang September): An die Stelle der derzeitigen veralteten Gehege für die Kuhreiher, die Luchse und die Kunekune Schweine kommt eine Flugvolière für winterfeste Flamingos sowie Austernfischer, Kampfläufer, Kuhreiher und Säbelschnäbler, die von den Tiergartenbesuchern durchquert werden kann.

Hirschgehege (rund 18.000 Euro) und großer Pelikanteich (rund 27.000 Euro, beides Mitte Juli bis Anfang September): Dort werden die umgebenden Zäune jeweils komplett saniert. Bei der Gestaltung wird darauf geachtet, Funktionalität und traditionelles Erscheinungsbild zu vereinen.

Attraktivierung der Parkanlage durch Bepflanzungen und Wegesanierungen (rund 150.000 Euro, Anfang September bis Mitte März): Die Bautätigkeiten der Freiraumplanung für die Landesgartenschau „Stadt der Gärten“ schließen nahtlos an die Bauarbeiten bei den Gehegen an. Geplant ist dabei u.a. Folgendes: Bepflanzungen zwischen Zaun und Gehege, kleine gärtnerisch gestaltete Hotspot-Plätze (darunter einige fixe Infopoints), blühende Sträucher und Kletterpflanzen, Frühblüher als erste Farbtupfer nach dem Winter und eine Echsenstraße ausgehend vom Ausstellungsplatz.

Allgemeines

Die Präsentation der Umbaumaßnahmen verbanden Bürgermeister Dr. Andreas Rabl und Tiergarten-Referent Stadtrat Thomas Rammerstorfer gleich mit ihrem traditionellen „Antrittsbesuch“ bei den im Frühling zahlreichen Tierkindern: Sowohl bei den Zackel- als auch bei den Ouessant-Schafen tollen bereits einige Lämmer herum. Im Bereich der Primaten sind bei den Kattas und den Bartaffen Jungtiere auf die Welt gekommen. Und demnächst sollten bei den Trauerschwänen drei Küken schlüpfen.

Vorerst beendet ist – wie vom zuständigen Stadtrat Thomas Rammerstorfer bereits angekündigt – die Luchshaltung im Welser Tiergarten: Nach dem Ableben von Kater „Burli“ vergangenen Sommer ist nun auch seine Partnerin „Fuchur“ nicht mehr. Die Kätzin wurde 2005 im deutschen Wildpark Ortenburg geboren und kam ein Jahr später nach Wels. Dort bekam sie zusammen mit dem aus dem Cumberland Wildpark in Grünau im Almtal stammenden „Burli“ acht Junge. Beide erreichten ein sehr hohes Alter: „Burli“ musste mit 19 eingeschläfert werden, „Fuchur“ mit 21. Sie litt in den vergangenen Jahren zunehmend unter Arthrose und verweigerte am Schluss auch die Nahrungsaufnahme.

Das Veranstaltungsprogramm ist heuer aufgrund der Bauarbeiten etwas eingeschränkt: Am Donnerstag, 18. Juni gastiert Helmut Wittmann wieder bei der Sommernacht des Märchens. Stadtrat Thomas Rammerstorfer wird als Nikolaus am Sonntag, 6. Dezember die kleinen Gäste erfreuen. Am Donnerstag, 24. Dezember besteht die Möglichkeit, mit den Tieren die Wartezeit auf das Christkind zu überbrücken. Details folgen jeweils zeitgerecht. Geöffnet ist ganzjährig bei freiem Eintritt noch bis Mitte Oktober von 07:00 bis 19:45 Uhr und dann wieder bis Mitte März von 08:00 bis 16:45 Uhr. Nähere Infos unter wels.at/tiergarten sowie zum Verein unter www.tiergartenfreunde.at im Internet!

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl: „Rund 90 verschiedene Tierarten leben bei uns im Tiergarten. Dieser ist mit rund drei Hektar auch eine der größten öffentlichen Grünanlagen in Wels. Die Einbindung in die Landesgartenschau ‚Stadt der Gärten‘ lag daher auf der Hand und geht nun in die Umsetzung. Mit den umfangreichen Neuerungen werden Tier und Mensch auch nach 2027 noch viel Freude haben!“
Stadtrat Thomas Rammerstorfer (Tiergarten): „Der Tiergarten ist ein Herzensort für Generationen von Welserinnen und Welsern, zieht aber auch viel Besuch aus dem Umland an. Mit diesem bislang größten Erneuerungsprogramm in seiner bald 100-jährigen Geschichte machen wir ihn fit für kommende Jahrzehnte, ohne dass er dabei etwas von seinem alten Charme verliert. Zum Thema Luchse habe ich verfügt, keine neuen Tiere anzuschaffen. Unser Gehege entsprach zwar den gesetzlichen Anforderungen, für die Haltung sind jedoch größere Einrichtungen wie Wildparks besser geeignet.“ | (c) Stadt Wels

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