Ab 1. August fällt bei den Altstoffsammelzentren (ASZ) die Bezirksgrenze zwischen Wels-Stadt und Wels-Land. Im Rahmen eines zunächst bis Ende Jänner 2027 befristeten Probebetriebs können Bürgerinnen und Bürger ihre Altstoffe – mit Ausnahme von Grünschnitt – künftig in allen Altstoffsammelzentren beider Bezirke entsorgen.
Bisher war die wechselseitige Nutzung auf die Standorte Wels-Nord, Thalheim und Gunskirchen beschränkt. Mit der Ausweitung der Kooperation sollen die Entsorgungswege für die Bevölkerung vereinfacht werden. Künftig können Einwohnerinnen und Einwohner unabhängig von der Bezirksgrenze jenes Altstoffsammelzentrum nutzen, das ihrem Wohnort am nächsten liegt.
Die neue Regelung umfasst die Standorte Wels-Nord, Marchtrenk, Buchkirchen, Gunskirchen, Sattledt, Stadl-Paura, Steinerkirchen und Thalheim. Die Verantwortlichen erwarten dadurch nicht nur mehr Komfort für die Bevölkerung, sondern auch eine Entlastung des Verkehrs. Kürzere Anfahrtswege sollen Zeit und Kosten sparen sowie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Einheitliche Kriterien ermöglichen Zusammenarbeit
Ermöglicht wurde die Ausweitung der Zusammenarbeit durch die im vergangenen Jahr oberösterreichweit vereinheitlichten Annahmekriterien in den Altstoffsammelzentren. Dadurch wurden Anlieferung und Kontrolle standardisiert und eine bezirksübergreifende Nutzung erst praktikabel gemacht.
Der Probebetrieb bis Ende Jänner 2027 soll zeigen, wie sich die vollständige Öffnung der Altstoffsammelzentren in der Praxis bewährt. Auf Basis der dabei gewonnenen Erfahrungen soll anschließend über eine dauerhafte Fortführung der Kooperation entschieden werden.
SPÖ: Kooperation ist sinnvoll, ersetzt aber keine Investitionen
Die SPÖ Wels begrüßt die zwischen der Stadt Wels und dem Bezirk Wels-Land vereinbarte Zusammenarbeit grundsätzlich. Die Möglichkeit, Altstoffsammelzentren bezirksübergreifend zu nutzen, könne für viele Bürgerinnen und Bürger eine spürbare Erleichterung darstellen. Gleichzeitig betont die Partei jedoch, dass die Kooperation die strukturellen Defizite der Welser Abfallwirtschaft nicht beseitige.
Gemeinderat Christian Kittenbaumer bezeichnet die Zusammenarbeit als sinnvollen Schritt, stellt jedoch klar, dass dadurch notwendige Investitionen in die kommunale Infrastruktur nicht ersetzt werden könnten. Seit Jahren würden Verbesserungen bei den Welser Altstoffsammelzentren angekündigt, ohne dass zentrale Projekte tatsächlich umgesetzt worden seien.
SPÖ fordert ASZ im Welser Osten
Besonders dringlich sieht die SPÖ Wels die Errichtung eines vollwertigen Altstoffsammelzentrums im Welser Osten. Der Hinweis auf die künftig mögliche Nutzung des ASZ in Marchtrenk sei aus Sicht der Partei keine nachhaltige Lösung für die Bevölkerung dieses Stadtteils. Vizebürgermeister Mag. Klaus Schinninger verweist darauf, dass die SPÖ seit Langem ein modernes Altstoffsammelzentrum innerhalb des Welser Stadtgebiets fordert.
Kritisch sieht die Partei auch die Verzögerungen beim geplanten Altstoffsammelzentrum im Westen der Stadt. Mehrfach angekündigte Projekte kämen weiterhin nicht über die Planungsphase hinaus, konkrete Umsetzungen seien nach wie vor ausständig.
Verbindlichen Zeitplan gefordert
Grundsätzlich spricht sich die SPÖ Wels für regionale Kooperationen aus. Solche Modelle könnten bestehende Angebote sinnvoll ergänzen, dürften jedoch nicht als Ersatz für notwendige Investitionen in die städtische Infrastruktur dienen.
Die SPÖ fordert daher die rasche Errichtung eines vollwertigen Altstoffsammelzentrums im Welser Osten, die zeitnahe Umsetzung des seit Jahren angekündigten Standorts im Westen sowie einen verbindlichen Zeitplan für beide Projekte. Aus Sicht der Partei sei es nun an der Zeit, den Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen zu lassen und die versprochenen Verbesserungen für die Welser Bevölkerung umzusetzen.


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